Als Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters wird Vega in Offenbach geboren. Seine Mutter ist 18, als sie ihn bekommt. Kaum ist der Junge auf der Welt, macht sich der Vater aus dem Staub. Seine Mutter zieht mit ihm in eine Mutter/Kind-Wohnung in Frankfurts Nordweststadt. Wenn sie arbeitet, wohnt er bei seiner Großmutter in Offenbach. Schon in jungen Jahren findet er immer mehr Gefallen an deutscher Rapmusik. Allerdings gibt es in seinem Offenbacher Umfeld, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbringt, nicht viel, was mit Deutschrap zu tun hat und so entscheidet er sich erst vor ziemlich genau zwei Jahren mit dem Rappen anzufangen.
Frei nach dem Motto „Selbst ist der Mann“ geht er in einen Equipmentladen, kauft sich ein Mic und verfasst seine ersten Texte. Ergebnis ist eine fünf Tracks starke EP, damals noch unter dem Namen VRS, die er ins Internet stellt. Die Reaktion darauf ist äußerst positiv, stellt ihn aber noch lange nicht zufrieden. Dennoch: Ohne Promo und mit einer „übelst hässlichen Internetseite“ macht er das erste Mal auf sich aufmerksam. Schon hier wird allerdings deutlich klar, dass er hungrig auf mehr ist. Es folgen Mixtapes mit der Grundsatz-Clikk, die Vega heute schon als „sehr schlimm“ beschreiben würde, ihm aber immerhin eine Möglichkeit gaben sich auszuprobieren und sich zu entwickeln.
Dass er eine neue Generation von Rappern repräsentiert, zeigt sich schon darin, dass er die Möglichkeit hatte, andere deutschen Rapper zu hören und zu studieren. Er konnte Fan sein und ließ sich auch fast nur von deutschsprachigem Rap beeinflussen und inspirieren. Während vorherige Generationen sich ihre Platten aus Amerika mitbringen lassen mussten und lediglich Inspirationsquellen in den Staaten fanden, hatte der 21-Jährige in dieser Hinsicht überhaupt keine Probleme. „Ich habe nie groß Ami-Rap gehört. Und wenn ich jetzt wie viele andere sagen würde, dass ich keinen Deutschrap höre, dann wäre das einfach eine Lüge.“Nach seinen ersten Mixtape-Versuchen entschließt er sich seinen Weg alleine weiter zu gehen, arbeitet an seinem Flow und schreibt viele Tage und Nächte an seinen Texten. 2005 nutzt er wieder die Plattform Internet, um den Heads sein „Unzerfikkbar Mixtape“ zu präsentieren. Erneut kommt enorm positive Resonanz. Bis heute kann es 5000 Downloads des Tapes verbuchen. Als Teil der Crew Rare-Squad rappt er weiter, bis er einen Tages die beiden Berliner Rapper Kobra und Sentino kennen lernt. Aufgrund gegenseitiger Sympathie beschließt man sich auf dem Splash! zu treffen. Kobra findet Gefallen an dem Rapneuling und lädt ihn nach Berlin ein. In der Hauptstadt nimmt er mit Vega und dem Produzenten Djorkaeff den Track „Nicht mehr feierlich“ auf, der später prompte Begeisterung nicht nur bei den Heads auslösen sollte.
Als der Buckwheats-Künstler Abroo nämlich Djorkaeff einen Besuch abstattet, um Beats zu picken und Tracks aufzunehmen, hört er sich einige bereits entstandene Werke des Produzenten an - darunter auch „Nicht mehr feierlich“. Ein paar Wochen später fährt er mit dem Track im Gepäck nach Mainz und stößt auf Zustimmung des Labelchefs Separate. Noch am selben Tag klingelt das Telefon von Vega, und einen Tag später findet sich dieser im Mainzer Studio wieder. Eine nächtliche und lange Studiosession überzeugt den Labelboss dann vollends, kurze Zeit darauf bietet er Vega einen Vertrag an. „Ich hatte soviel Glück. Irgendwann schrieb ich meinen ersten Text, ein Dreivierteljahr später war ich mit Kobra im Studio und noch mal drei Wochen später bei Buckwheats gesignt“, fasst Vega zusammen. Diese Tatsache beweist ihm letztlich auch, dass er es versteht sein Talent einzusetzen. Dankbar für die Chance, die Separate den mit Abstand jüngstem Künstler bei Buckwheats gibt, arbeitet er seit der Vertragsunterzeichnung konstant und schreibt jeden Tag an neuen Tracks. Die ersten Songs kann man auf den Releases „Jagd auf den König“ (Separate), „Memories 3“ (Jubeko Records), „Bourbon“ (Separate & Adel) und „Zwischen Liebe und Hass“ (Abroo) hören.
Als eine seiner Stärken nennt er seine Kreativität in Bezug auf Punchlines. Dennoch weiß er, dass es nichts bringt über Jahre hinweg nur Sprüche zu klopfen und den Leuten sonst nichts mitzugeben. Seit er bei Buckwheats ist, reflektiert er seine Musik ständig, probiert sich immer wieder aus, entdeckt neue Stärken und verfeinert die bereits vorhandenen. „Ich lege heute viel mehr Wert darauf, dass ich nicht so extrem übertreibe. Ich habe gelernt, dass die Wahrheit einfach das Wichtigste ist, wenn man rappt. Nur so wird man glaubwürdig. Separate hat mir das oft erklärt und meine Ansichten bestätigt. Ich habe früher zum Beispiel nie deepe Sachen geschrieben, weil ich dachte, dass das nicht so mein Ding wäre. Die Sachen, die ich bisher in die Richtung gemacht habe, kamen aber auf jeden Fall gut an. Abroos „Zwischen Liebe und Hass“ war der Knackpunkt, der mich dazu inspirierte, auch mal andere Sachen auszuprobieren und mich bei meiner eigenen Musik nicht so auf einen Bereich zu versteifen“, so Vega über seine Entwicklung.
Wie weit er gekommen ist, wird er nun auf dem Mixtape mit Labelboss, Freund und Kollege Separate zur Schau stellen. Einen ausgereiften Flow zu haben, Punchline-Dropping gekonnt einzusetzen, Storytelling glaubwürdig rüberzubringen und deepe Sachen authentisch zu erzählen – das ist alles, was ein guter Rapper haben und können muss. Als Newcomer hat Vega bereits einen sehr großen Schritt in die richtige Richtung gemacht, um sich zukünftig als ernstzunehmender Künstler etablieren zu können. Überzeugen kann er schon weitaus mehr als alle anderen Rapper, die ebenfalls erst seit so kurzer Zeit rappen, aber auch als manche Kollegen, die weitaus länger im Game sind. „Ich habe es in zwei Jahren so weit gebracht und mich stetig weiterentwickelt. Wo soll das bloß noch hinführen?“, lacht Vega. Seine Ziele sind klar definiert. „Ich möchte irgendwann in allen Bereichen der Beste sein.“
Dass er einen langen Weg vor sich hat, ist ihm bewusst. Dass er hart arbeiten kann, hat er bereits bewiesen. Und mit Buckwheats Music im Rücken hat er einen starken Partner an seiner Seite. Die wichtigsten Weichen sind also gestellt, um seine Ziele umzusetzen. Und dann wird es „nicht mehr feierlich“ zugehen, soviel ist sicher.